Florian Rist, Luisa Werz, Nina Autenrieth, Silvia Walter und Kara Erpenbach (v. l.) vom Reit- und Fahrverein Würtingen sind stolz auf ihren neuen barrierefreien Zugang, für den es Fördergeld von LEADER Mittlere Alb gibt
Foto: LEADER Mittlere Alb
Eine Reitanlage, die verbindet
Dank einer baulichen Aufwertung ist ein barrierefreier Zugang zum therapeutischen Reiten in Würtingen nun ganzjährig gesichert
Der Reit- und Fahrverein in St. Johann-Würtingen kooperiert mit verschiedenen Partnern im Bereich Kinder- und Jugendförderung und engagiert sich seit vielen Jahren für die Inklusion beeinträchtigter Menschen. Zweimal wöchentlich findet zum Beispiel ein therapeutisches Reiten mit Kindern der Dreifürstensteinschule in Münsingen statt, einem sonderpädagogischen Bildungszentrum mit Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Für viele Menschen mit Behinderung stellt Reiten ein verbindendes Element dar – es ist ein Lern- und Übungsfeld, welches gemeinsam mit nicht behinderten Menschen genutzt werden kann.
Herausforderung Zufahrt
Ein immer größer werdendes Problem war jedoch der Zufahrtsweg zur Reitanlage sowie die dazugehörigen Stellplatzflächen, die insbesondere für Fahrzeuge von Fahrdiensten für Menschen mit Behinderung vorgesehen sind. Der einfache Kiesweg war so stark beschädigt und marode, dass weder Fahrzeuge noch Menschen mit eingeschränkter Mobilität diesen sicher nutzen konnten, insbesondere bei Regen und feuchter Witterung. Das mag für Menschen ohne Einschränkungen unbedeutend klingen, doch viele Betroffene haben eine eingeschränkte Kopf- und Nackenstabilität, sodass Erschütterungen beim Transport ein erhöhtes Verletzungs- und Gesundheitsrisiko darstellen.
Sicher, barrierefrei, ganzjährig – ein neuer Zugang
Der Verein stellte bei LEADER Mittlere Alb einen Antrag für ein Kleinprojekt zur nachhaltigen Aufwertung der Zufahrt sowie zur Herstellung geeigneter Stellflächen für Fahrzeuge. Nach der Zusage der Fördergelder wurden die Sommerferien genutzt, um den Zufahrtsweg durch einen fachgerechten Neuaufbau der Tragschichten zu stabilisieren und dauerhaft sicher befahrbar zu machen. Zudem wurden eingeebnete Stellplatzflächen mittels Pflastersteinen geschaffen. Der professionelle Pflaster- und Straßenbauer erfuhr dabei enorm viel Unterstützung von Vereinsmitgliedern, die sich ehrenamtlich in die Arbeiten eingebracht haben, wo dies möglich war.
Wiederaufnahme früherer Partnerschaften
Dank des Projekts hat der Verein das therapeutische Reitangebot für das gesamte Jahr, unabhängig von der Witterung, sichergestellt. Die Bedeutung eines neuen Zufahrtwegs und der Stellflächen mag gering erscheinen, doch für die Gewährleistung und den Ausbau von Angeboten für Kinder mit Einschränkungen ist sie elementar. Weiterer positiver Nebeneffekt: Die Entlastung des betreuenden Pflegepersonals und der Lehrkräfte. „Übergeordnetes Ziel war die Festigung unseres Vereins als Kooperationspartner im Bereich Therapie, Schule und Inklusion. Dank der Maßnahmen können wir die Zusammenarbeit mit dem Montessori Kinderhaus St. Johann wieder aufnehmen, die lange wegen des fehlenden sicheren Zugangs zu unserer Anlage ruhte“, sagt Vorstandsmitglied Silvia Walter. Dem Verein ist es ein Herzensanliegen, jedem Menschen die Teilnahme am Reiten zu ermöglichen.






