Die Landtagsabgeordnete Clara Schweizer (3. v. l.) stand nach einer Besichtigung des Beurener Genussmarktes für einen Austausch zur Zukunft von LEADER zur Verfügung.
Foto: LEADER Mittlere Alb
LEADER-Aktionsgruppe Mittlere Alb fordert angemessene Mittelausstattung und Kofinanzierung für nächste EU-Förderperiode ab 2028
Die Region Mittlere Alb nutzt das EU-Förderprogramm LEADER seit über zehn Jahren erfolgreich für die ländliche Entwicklung. Derzeit wird der europäische Haushalt für die Jahre 2028-2034 verhandelt. Das Ergebnis könnte Kürzungen des LEADER-Budgets sowie eine sinkende EU-Kofinanzierung mit sich bringen. Das wäre ein fatales Signal für den ländlichen Raum, weshalb die LEADER-Aktionsgruppe in den vergangenen Wochen und Monaten wiederholt in den Austausch mit politischen Vertretern gegangen ist und Forderungen platziert hat. Ziel ist die Erreichung attraktiver Förderbedingungen und eine angemessene Mittelausstattung.
LEADER ist unverzichtbares Programm für regionale Initiativen
Dank LEADER erhalten Projekte wie der Beurener Genussmarkt finanzielle Unterstützung. Das wiederum stärkt bürgerschaftliches Engagement, regionale Beteiligungsprozesse und gesellschaftliche Eigenverantwortung. In der LEADER-Region Mittlere Alb wurden seit 2015 über 100 Projekte und rund 150 kleinere Initiativen gefördert und damit ein Investitionsvolumen von knapp 19 Millionen Euro angestoßen. Das etablierte Förderprogramm ist ein unverzichtbarer Baustein, um nachhaltige Lösungen für die Region zu realisieren. Das bestätigte auch Clara Schweizer MdL bei ihrem Besuch in Beuren: „LEADER hat im Land Baden-Württemberg einen sehr guten Stand“. Für viele Bürger ist Europa weit entfernt und kaum fassbar. Bekommt ein lokales Projekt europäische Fördermittel, dann ist dies direkt greif- und sichtbar. LEADER leistet somit einen erheblichen Beitrag dazu, die EU vor Ort erlebbar zu machen und die Demokratie zu stärken.
Es braucht politische Unterstützung
Vergangene Woche fanden zwei Gespräche mit den Landtagsabgeordneten Clara Schweizer und Dr. Natalie Pfau-Weller statt. Anlass war ein Austausch zum Mehrwert von LEADER wie auch die Anbringung von Forderungen zum mehrjährigen EU-Haushalt, platziert von den Regionalmanagern Elisabeth Markwardt und Hannes Bartholl sowie Corinna Schütz, Europabeauftragte des Landkreises Reutlingen. Zur Verdeutlichung des Nutzens vor Ort luden Martin und Anja Schnerring sowie Jürgen Pfänder, Mitglieder des Projektteams, zu einem Besuch des Beurener Genussmarktes ein. Dabei kam zum Ausdruck, dass eine Umsetzung ohne LEADER-Fördergelder nicht stemmbar gewesen wäre. Beuren ist um eine Attraktion reicher geworden, die Einwohnern, Touristen wie auch den lokalen Erzeugern zugutekommt. Solche Möglichkeiten dürfen nicht beschränkt werden.
Starke Fortführung von LEADER
Die LEADER-Aktionsgruppe will die laufenden Prozesse im Sinne einer angemessenen Mittelausstattung für die kommenden Jahre mitgestalten. Sie fordert ein umfangreiches Gesamtbudget, mit dem auch weiterhin zahlreiche Projekte unterstützt werden können. Dieses sollte mindestens so hoch wie in der jetzigen Förderperiode sein. Aktuell wird über eine Herabsetzung der europäischen Kofinanzierung von 80 auf 40 Prozent diskutiert. Das würde insbesondere Kommunen und Vereine vor große Herausforderungen stellen, freiwillige Projekte noch finanzieren zu können.
Weiterhin wichtig ist das richtige Verständnis: Ländliche Entwicklung und Landwirtschaft werden oft gleichgesetzt und sprichwörtlich in einen Fördertopf geworfen, was zu Konkurrenzdenken führen kann. Doch Themen der ländlichen Entwicklung gehen weit über die Landwirtschaft hinaus, was eigene Fördermittel bedarf. Das LEADER-Förderspektrum darf nicht auf einzelne Berufs- oder Bevölkerungsgruppen wie Landwirtschaft bzw. Junglandwirte begrenzt werden.
Überdies steht der Wunsch im Raum, Sicherheiten für die LEADER-Aktionsgruppe für eine mögliche Übergangsphase durch die Verfügbarmachung von Landesmitteln zu schaffen, sollte die neue Förderperiode nicht wie geplant Anfang 2028 starten, z. B. über das Regionalbudget für Kleinprojekte oder andere Landestöpfe.






