Vertreter der 20 LEADER-Aktionsgruppen aus Baden-Württemberg zu Gast in Brüssel
Foto: © 20 LEADER-Aktionsgruppen aus Baden-Württemberg
Eine Delegation von LEADER-Regionalmanagern machte sich in Brüssel für die zukünftige Förderung ländlicher Räume stark.
LEADER ist ein Förderprogramm, mit dem Projekte zur Weiterentwicklung der Region unterstützt werden. Dafür stellen die Europäische Union sowie das Land Baden-Württemberg Gelder zur Verfügung, mit denen Projekte bezuschusst werden. In Baden-Württemberg gibt es insgesamt 20 LEADER-Regionen, die die Entwicklung ländlicher Räume unterstützen.
Vom 02. bis 04. März 2026 waren die LEADER-Regionalmanagements aus Baden-Württemberg zu einer gemeinsamen Delegationsreise in Brüssel. Es wurden viele Gespräche mit Vertretern verschiedener Institutionen der Europäischen Union sowie kommunaler Interessenvertretungen geführt. Ziel war, die enorme Bedeutung des LEADER-Programms für die Entwicklung ländlicher Räume zu unterstreichen und sich für eine klare Verankerung von LEADER im zukünftigen Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der EU ab 2028 einzusetzen.
EU-Haushalt soll grundlegend reformiert werden
Hintergrund der Gespräche ist der Reformvorschlag der Europäischen Kommission für den kommenden EU-Haushalt für die Jahre 2028-2034. Dieser sieht eine grundlegende Neuordnung der Förderarchitektur vor. Unter anderem sollen Agrar- und Kohäsionspolitik in nationalen und regionalen Partnerschaftsplänen gebündelt werden. Damit besteht das Risiko, dass Programme für die ländliche Entwicklung wie LEADER deren bisherige institutionelle Absicherung verlieren und von nationalen Prioritätensetzungen abhängig sein werden. Was das sein kann, zeigt die Gegenwart (Ausgaben für Rüstung und Verteidigung).
Insbesondere für langfristige Regionalentwicklungsprozesse im ländlichen Raum sind jedoch Planungssicherheit und stabile Förderstrukturen essenziell. LEADER gilt seit Jahrzehnten als erfolgreiches Förderprogramm europäischer Strukturpolitik. Durch dessen Bottom-up-Ansatz entscheiden lokale Aktionsgruppen vor Ort. Diese umfassen Kommunen sowie Vereine, Verbände und Einrichtungen insbesondere aus den Bereichen Soziales, Kultur und Wirtschaft. Auch engagierte Bürger sind Mitglied. Alle gemeinsam gestalten, begleiten und organisieren den Prozess der Regionalentwicklung – ein Paradebeispiel für gelebte Demokratie vor Ort.
Austausch zur Unverzichtbarkeit von LEADER
Während der Reise führten die Regionalmanagements zahlreiche Gespräche mit Ansprechpartnern auf europäischer Ebene. Neben einem Austausch in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der Europäischen Union zu aktuellen europapolitischen Entwicklungen fanden Fachgespräche mit Jan Molzberger (Leiter Europabüro der baden-württembergischen Kommunen), Michael Schmitz (stv. Leiter Europabüro Deutscher Landkreistag), Winfried Schröder (Referatsleiter Ernährung und Landwirtschaft bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union) und Thomas Wobben (Direktor für Kohäsions-, Wirtschafts- und Sozialpolitik beim Ausschuss der Regionen) statt.
Vom Europäischen Parlament stellten sich Norbert Lins (Mitglied Europäisches Parlament, stv. Vorsitzender Ausschuss Landwirtschaft und ländliche Entwicklung) sowie Sonja Molina (parlamentarische Assistentin von Sabrina Repp-Mitglied Europäisches Parlament) für Unterredungen zur Verfügung.
Weiterhin gab es Besprechungen mit Vertreten der Europäischen Kommission, darunter Elena Schubert (Fachreferentin und stv. Gleichstellungskoordinatorin Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung) und Anna-Lena Zademach-Schwierz (stv. Referatsleiterin Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung).






