Corinna Schütz, Europabeauftragte Landkreis Reutlingen (links), und Elisabeth Markwardt, Regionalmanagerin LEADER-Region Mittlere Alb, besuchten den Bundestagsabgeordneten Michael Donth in seinem Wahlkreisbüro in Reutlingen
Foto: LEADER Mittlere Alb
Austausch mit Michael Donth MdB zum Förderprogramm LEADER ab 2028 – unverzichtbar für die ländliche Entwicklung
LEADER ist ein Förderprogramm, mit dem die Weiterentwicklung ländlicher Räume unterstützt wird. Dafür stellen die Europäische Union sowie das Land Baden-Württemberg Gelder zur Verfügung, mit denen Projekte bezuschusst werden. In Baden-Württemberg gibt es insgesamt 20 LEADER-Regionen, eine davon ist die Mittlere Alb. Das Besonderes des Programms ist der Bottom-up-Ansatz, das heißt die Gestaltung der regionalen Entwicklungsprozesse erfolgt durch die Bürger vor Ort.
LEADER droht wegzubrechen
LEADER gibt es bereits seit 1991. Es ist an den EU-Haushalt (europäische Förderperiode) gekoppelt. Die aktuelle Förderperiode läuft bis Jahresende 2027. Derzeit wird auf europäischer Ebene der Haushalt für die Jahre 2028-2034 verhandelt. Ein vorliegender Entwurf sieht eine grundlegende Neuordnung vor: Fördermittel sollen stärker gebündelt und über nationale sowie regionale Partnerschaftspläne gesteuert werden. Für die ländliche Entwicklung und insbesondere LEADER bedeutet dies tiefgreifende Veränderungen. Dazu zählen ein möglicher Verlust der bisherigen Verankerung sowie fehlende eigenständige Mittel. Die konkrete Ausgestaltung für Deutschland wird aktuell zwischen EU und Bund verhandelt.
LEADER braucht politische Unterstützung
Aus den genannten Gründen hat die LEADER-Region Mittlere Alb eine Kampgange für die nächsten Monate erarbeitet, innerhalb dieser es viele Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern geben soll. Eines fand Mitte März 2026 zwischen dem Bundestagsabgeordneten Michael Donth, der Europabeauftragten des Landkreises Reutlingen, Corinna Schütz und Regionalmanagerin von LEADER Mittlere Alb, Elisabeth Markwardt statt. „LEADER ist ein bewährtes Förderinstrument und die Voraussetzung für die Umsetzung vieler großartiger Projekte auf der Mittleren Alb. Daher kann ich es nur unterstützen, dass ein solch erfolgreiches Programm finanzstark weitergeführt wird“, sagte Michael Donth MdB.
LEADER unterstützt vielschichtige Maßnahmen
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat für den Bereich ländliche Entwicklung zwar die Reservierung von Geldern in Aussicht gestellt, doch laut europäischem Verständnis von ländlichen Räumen zielen diese insbesondere auf die Unterstützung von Junglandwirten ab. Es steht außer Frage, dass es eine Unterstützung der Landwirtschaft zur Ernährungssicherung geben muss – doch daneben gibt es noch viele weitere Bereiche der ländlichen Entwicklung, die nicht zur Landwirtschaft gehören. Genau hier setzt LEADER an: Mit dem Programm können beispielsweise kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe wie die Bäckerei Glocker in Gomadingen, soziale Initiativen wie die Herstellung der Barrierefreiheit im Alten Dekanat in Münsingen, kulturelle Angebote wie das Theaterstück Hierbleiben-Spuren nach Grafeneck sowie nachhaltige Aspekte wie die Schafwollpellets-Produktion in Römerstein gefördert werden.
LEADER ist unverzichtbar für die Stärkung der Demokratie
Für viele Bürger ist Europa sehr weit entfernt und ein politisches Konstrukt, welches kaum oder nicht fassbar ist auf der regionalen Ebene. Bekommt ein lokales Projekt europäische Fördermittel, dann ist dies direkt greif- und sichtbar. Zudem stehen nicht nur Gelder für Investitionen bereit, sondern mit diesen wird auch das bürgerschaftliche Engagement konkret gestärkt. LEADER basiert auf lokalen Beteiligungsprozessen und der Ausübung regionaler Eigenverantwortung. Das macht die EU vor Ort erlebbar und stärkt die Demokratie.






