Demokratie braucht breite Bürgerbeteiligung

Vertreter aus Bereichen wie Wirtschaft, Verwaltung und Kirche tauschten sich zusammen mit Jugendlichen aus zwei Leutkircher Schulklassen sowie ehrenamtlich Engagierten über verschiedene Möglichkeiten der Beteiligung im ländlichen Raum aus.
Foto: LEADER Mittlere Alb

Zahlreiche Teilnehmer tauschten sich bei der Fachtagung „Impulse für mehr Demokratie im Ländlichen Raum“ über neue Beteiligungsformen in der heutigen Gesellschaft und die Einbindung der Jugendlichen ins Ehrenamt aus.

Das BÜNDNIS “Wir sind dran” veranstaltete am 6. Februar 2019 eine Tagung zum Thema „Die Gesellschaft ist im Wandel. Die Beteiligungsformen sind es auch! Impulse für mehr Demokratie im Ländlichen Raum“. Vertreter aus den Bereichen Wirtschaft, Jugend, Kirche sowie Bürgermeister, Jugendliche und ehrenamtlich Engagierte setzten sich im Tagungshaus Regina Pacis in Leutkirch mit unterschiedlichen Themenbereichen der Beteiligung und Demokratie im ländlichen Raum auseinander. Herr Hannes Wezel von der Stabsstelle für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung verdeutlichte die Bedeutung der Bürgerbeteiligung für Demokratie in Baden-Württemberg. Prof. Paul-Stefan Roß von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg belegte die Umbrüche mit Erkenntnissen aus der Beteiligungsforschung.

„Wir wollen Gleichberechtigung“

Fester Bestandteil der Tagung waren zwei Leutkircher Schulklassen, die sich im Rahmen eines Schulprojekts mit Demokratie und Beteiligung befassten. Mit Theaterszenen erläuterten die Jugendlichen deren Perspektiven und leiteten zu den Diskussionsrunden über. Dabei stellten die Jugendlichen genau dar, was sie von der Gesellschaft erwarten: „Wir wollen Gleichberechtigung. Die Anliegen der Jugendlichen sollen genauso gehört und unterstützt werden wie die von Erwachsenen.“ In den Diskussionsrunden stellte sich heraus, dass sich die Jugendlichen gerne in die Arbeit der Kommunen und im Ehrenamt einbringen möchten. Allerdings nicht mehr so wie früher. Die heutige Gesellschaft will ungebunden sein und sich nicht über mehrere Jahre durch einen bestimmten Posten im Ehrenamt verpflichten. Die Mitgestaltung soll flexibel und individuell erfolgen. Die Beteiligungsformen in Kommunen, im Arbeitsleben und im Ehrenamt müssen an die sich wandelnde Gesellschaft angepasst werden.

Gelungene Beispiele für Mitgestaltung

Am Nachmittag hatten die Tagungsteilnehmer die Gelegenheit, in unterschiedlichen Workshops Einblicke in etablierte und innovative Modelle der Beteiligung zu erhalten. Möglichkeiten zur Mitbestimmung von Jugendlichen sind beispielsweise die 14er Räte im Landkreis Sigmaringen oder die Jugendgemeinderäte im Landkreis Ravensburg. Weitere Beteiligungsformate und mögliche Herausforderungen bei der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zeigte Christiane Franz von der Landeszentrale für Politische Bildung auf. Das LEADER-Projekt „Dobel-SpATZ“ aus Zwiefalten konnte in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Zwiefalten und dem örtlichen Jugendforum umgesetzt werden. Zwei Vertreter des Jugendforums berichteten über die Planung und Umsetzung des Projekts. Über die Bedeutung der politischen Teilhabe von Frauen referierten Dr. Silke Rieser und Gisela Müller vom Netzwerk B-o-R-a-Frauen für die Politik. Thematisiert wurden auch Beteiligungsformen innerhalb der Kirchengemeinde und wie Kirche an vielen Orten lebendig gestaltet werden kann. Das Förderprogramm “Gut beraten!” von der Initiative Allianz für Beteiligung e. V. bietet Beratungen zur Förderung der Bürgerbeteiligung an. Paul Bäumler von “letsact” stellte die Freiwilligen-App vor, in der hilfesuchende Organisationen freiwillig-soziale Projekte eintragen und auf diesem Weg motivierte Freiwillige finden können.

Hintergrundinformationen
Das BÜNDNIS “Wir sind dran” besteht aus unterschiedlichen kirchlichen Institutionen sowie mehreren LEADER-Aktionsgruppen, die gemeinsam Tagungen zu gesellschaftlichen Themen veranstalten. Teil des Bündnisses sind: Evangelisches Bildungswerk Oberschwaben, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, K-Punkt Ländliche Entwicklung im Kloster Heiligkreuztal, Verband Katholisches Landvolk e. V., Ralf Brennecke – Pfarrer im Evang. Kirchenbezirk Ravensburg sowie die LEADER Aktionsgruppe Oberschwaben, LEADER Regionalentwicklung Mittleres Oberschwaben e. V., LEADER Regionalentwicklung Württembergisches Allgäu e. V. und LEADER Mittlere Alb e. V.

2019-02-25T17:46:52+00:0011. 2. 2019|Aktuell|
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